Na gut, na gut Michel, eine Chance geben wir dir noch 😉
Nach dem Debut letztens mit der Noir Cafe 100g hatte ich mir wirklich überlegt ob ich mir noch einmal eine Michel Cluziel bestelle, aber ich dachte eine Chance muss man ihm ja noch lassen.

Da ich dunkle Schokoladen, speziell mit Cafe Aroma sehr gerne esse, hatte die erste Schokolade von Michel Cluziel eigentlich schon sehr gute Karten. Insgesamt war die Schokolade aber einfach zu langweilig und einseitig mit einem eher faden Geschmack.

Cluziel Packung

Cluziel Packung


Heute haben wir die „premiere cru de plantation – Los Ancones“ von Michel Cluziel im Test, welches ebenfalls eine dunkle Tafel ist, allerdings Edelbitter.
Der Kakao in der Tafel kommt aus Santo Domingo in der Karibik.

Auf der Rückseite findet man eine kleine Erzählung über die Familie Rizek, welche dort wohnt und bereits seit 1903 Kakaobohnen anbaut.
Durch lange Verarbeitung entfalten die Früchte Aromen von Süssholz, roten Früchten, grünen Oliven, das ganze mit einem Übergang zu Geschmacksnoten, wie Korinthen und Aprikosen.

So viel zu der Theorie der Schokolade, der Test wird dann zeigen wieviel man wirklich in der Schokolade wiederfindet.
67% des viel versprechenden Kakaos findet man in der Tafeln was einer Edelbitter oder zumindest einer Edlen Zartbitter gerecht wird.

Vom Design der Verpackung der Schokolade weicht Michel Cluziel nicht stark ab, sondern behält seine recht schlichte Linie. Im Hintergrund des grünen Schriftzuges, findet man die Illustration der Weltkugel welche eine bewusste Zentrierung auf Mittelamerika hat.
Allgemein in braun und Ocker Tönen gehalten ist die Packung vom Stil sehr ruhig und angenehm.

Die 100g Tafel ist in einer klassischen Silberpapier-Folie eingeschlagen und mit sehr niedrigen Stegen gegossen.
Die Form ist eine klassische Barrenform ohne irgendwelche grossen Schnörkel.

Cru de Plantation Tafel

Cru de Plantation Tafel


Wie oft bei dunklen Tafeln hat die Schokolade nahezu keinen Geruch und hat nur ein leicht trockenes Aroma.
Mit dem ersten Biss erkennt man auch sofort das die Tafel kaum Schmelz hat und für eine 67% Schokolade sehr trocken ist.
Wer viele Edelbitter und hochprozentige Tafeln ist, findet das nicht weiter ungewöhnlich, allerdings hätte man hier für Leute die gerne mitteldunkle Tafeln essen ein bisschen mehr conchieren können.

Was leider trotz des trockenen Aromas fehlt ist die damit normalerweise verbundene intensive Kakaonote. Wohl schmeckt man ein deutlich kräftigeres und Kakao-typischeres Aroma aus der Schokolade heraus was ebenfalls angenehm bitter ist.
Von dem Aromanoten auf der Rückseite der Tafel ist jedoch nichts zu spüren.

Die Tafel verliert sich in einem sehr trockenen und wenig spannenden Sumpf aus Bitter und leicht rauchig den man kennt wenn man pure Kakaobohnen isst kennt.
Leider hat Michel Cluziel aus dem wohl sehr guten Rohmaterial nur eine sehr dürftige Tafel gezaubert die selbst gegen eine einfache Ritter Sport Edelbitter verliert.

Post von: Author | 08-06-2009 | um 22:15
Kategorien: Michel Cluziel

Schokoladige Tags

2 Kommentare zu “Michel Cluziel – 1er cru de Platantion – Los Ancones 100g”

  1. Katie Says:

    Kleiner Blick auf die Packung – dann kann man auch den Namen des Herstellers richtig schreiben.

  2. cluizel Says:

    Hallo Arne,

    Bei so viel Lob über Michel Cluizel ist es schön zu sehen dass man nicht All-man Darling Geschmack bietet und dass Geschmäcker verschieden bleiben:-). Wozu sonst müsste Michel Cluizel und andere hochwertige Hersteller aus so viel Ursprung und cru de Plantation Schokolade machen? Richtig ist das Michel Cluizel aus beste Rohmaterial arbeitet. In dem Fall Los Ancones sogar aus Bioqualität. Richtig ist dass Michel Cluizel sich für ein Qualität entscheiden müss (hier ein 67%) Er bietet aber noch in dem Fall noch die Puristen Zugang zu die Kakaomassen.
    Was die Sprache der Chocolatier betrifft, Sie ist wie für Sommelier ziemlich gewöhnungsbedurftig, die erste note nach Grüne Oliven ist aber, wie ich finde, gut zu spüren, allerdings spricht man nur von Nuancen, da bekanntlich Cluizel ohne Lecithin und ohne aroma/zusatzstoffe arbeitet. Wer Schokoladen mit Zutaten sucht ist bei Cluizel eher schlecht bediennt, obwohl ich keine bessere Schokoladentafel mit Orange kenne.
    Los Ancones ist durch diese besondere Aromatic anspruchvoller und polarisierender als andere Ürsprunge. Wer Cluizel zum ersten mal testen möchte und sicher gehen wollte kann auch eher mit Mangaro aus Madagascar (eine Ehemalige Mangoplantage) oder Maralumi in Papua Neuguinea(wunderschöne Früchtigkeit nach rote Fruchte) anfangen!