safran schokolade

Und schon wieder eine interessante Variante zum Thema „Gefüllte Schokolade“ – getestet nach einem Hinweis von Bernhard Kaar, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Vermarktung des traditionsreichen niederösterreichischen Safrans wiederzubeleben. Klingt interessant und Hagmann macht generell sehr gute Schokoladen, also auf geht’s:

Über Safran: Safran ist seit über 2000 Jahren das teuerste Gewürz der Welt. Die grössten Mengen kommen aus dem Iran und Spanien. Der hochwertigste Safran, wenn ich einer BBC Doku glauben darf, aber aus Nordindien. Und in Europa setzt der Safrankenner (wie viele gibt’s denn davon?) seit dem frühen Mittelalter auf die Krokusblütenstempel aus der niederösterreichischen Wachau.

Geruch: Wenn schon, denn schon: an einer Safran-Rotweinschokolade darf man auch schon mal engagierter schnuppern. Für eine gefüllte Schokolade duftet sie tatsächlich auch ungewöhnlich intensiv und der Safran drängt sich beinahe in den Vordergrund – das ist natürlich gut so. 8,5 von 10 Punkten

Geschmack: Die deftige Ganachen (u.a. Obers, Butter, Honig) schmecken hervorragend. Sowohl der Rotwein-Anteil (13%) als auch der Safran-Honig-Anteil sind sehr lecker und passen auch gut zusammen. Interessant auch der Nachhall des Safran-Geschmacks im Mund. Bei mir sind das jetzt schon gut 10 Minuten. Ich nehme mal an, da ist eine substanzielle Menge Safran eingearbeitet worden. 8 von 10 Punkten. Wenn man die Schokolade mit einem guten Glas Rotwein gemeinsam geniesst erhöht sich diese Wertung auf 9 von 10!

Hersteller: Hagmann bastelt generell hervorragende Schokoladen, üblicherweise mit viel lokalem Touch. In der Wachau heisst das dann: Viel Wein und viel Marille (Aprikose) – aber auch eine Bierschokolade gibt’s, die überraschend gut gelungen ist.  Die Ganachen sind heftig, mit viel Sahne und Butter. Am besten kombiniert man diesen Genuss aber mit einem Abstecher ins Fitnesscenter…;-). Der Fokus auf lokale Produkte und die Qualität der Schokoladen überzeugen mich. Ein Spontanbesucher im neutralen Schoko-Laden wird aber wegen des besseren Marketings sicher zu Zotter oder Coppeneur greifen (siehe Verpackung). Obwohl man bei der Entwicklung eines Alleinstellungsmerkmales auf dreiviertel des Weges halt gemacht hat, gibt’s für Hagmann 8 von 10 Punkten. Die Safran Schokolade wird hauptsächlich von „Crocus Austriacus“ vermarktet und hat so indirekt auch den Weg in die SlowFood Bibeln dieser Welt gefunden. 9 von 10 Punkten dafür!

Verpackung und Form: Beides sehe ich tendenziell als das Manko von Hagmann Schokoladen an. Sehr zotterig und daher kriege ich dieses „Achtung: Kopie“ Gefühl nicht los. Auch wenn es vielleicht sogar so  ist, dass Hagmann vorher da war…Das Bild mit dem lila Krokus und den wunderschönen roten Safranfäden ist aber definitiv gut gelungen, daher gibt’s 7 von 10 Punkten.

Zusammenfassung: Auch wenn die Vermarktung eher auf Safran- als auf Schokoladenfans ausgerichtet ist, das Produkt ist jedenfalls bestens gelungen. Meiner bescheidenen Meinung nach gäbe es aber sicherlich bessere Möglichkeiten für eine Safran-Schokolade als eine klassische „Gefüllte“ in Kombination mit Rotweinganache. (Für Vorschläge bitte unter pilz8943@hotmail.com nachfragen…;-)). Die Kombination mit einem sehr guten Rotwein am Abend vorm Fernseher war aber grandios, daher vergebe ich 8,75 von 10 luxuriös-gewürzten Schokoladepunkten für die Wachauer Safran Schokolade von Hagmann bzw. Crocus Austriacus.

Post von: Helmut | 03-06-2009 | um 18:27
Kategorien: Allgemein | Hagmann

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