CioMod NEROPURO mandorla

18. Februar 2009

ciomod-mandorla

Und schon wieder Italien! Auch diesmal ist es ohne Wenn und Aber eine Schokolade für Neugierige, für Entdecker, für Unvoreingenommene. Wer sich angesprochen fühlt: Artikel durchlesen und sich sofort auf den etwas mühsamen Weg zur Insbesitznahme dieser sizilianischen Spezialität machen. Wer ungern bekanntes Territorium verlässt: Artikel durchlesen und auf die nächste, etwas konventionellere Schokolade warten! Spannend ist es in jedem Fall:

Verpackung: Didaktisch startet man einfach mit dem Thema. Schliesslich sind es ja (beinahe) immer die Äusserlichkeiten, die unser Unterbewusstsein der vordergründigen Ratio in unserem Hirn diktiert. Im Falle der NEROPURO diktiert mein Unbewusstsein die Worte „lieb haben“. Sieht einfach toll aus. Italiener und Stil halt. Solider Karton in appetitlichen Farben, das grosse M verheisst ein urtypisches und authentisches Mandelaroma. 9,2 von 10.

Konsistenz: Ein seltener Fall, bei der diese Kategorie schlichtweg alle anderen dominiert. Wie alle mir bekannten Schokoladen aus der sizilianischen Kleinstadt Modica (an der Südspitze der Insel gelegen) verzichtet CioMod auf das Conchieren. Als ob Rodolphe Lindt niemals seine legendäre dreitägige Wochenend-Saufparty mit den für uns alle bekannten Folgen gefeiert hätte. Die Kakaobohnen werden also nicht zu einer herrlich im Mund schmelzenden cremigen Masse zerrieben. Es handelt sich vielmehr um eine überraschend luftig-leichte, grobkörnige Schokolade mit ebenso grobkörnigen Zuckerkristallen und fein geriebenen Mandelstückchen. Mein rumänischer Schwager meinte (aufgrund dessen) eine gewisse Übereinstimmung mit den Süsswarenprodukten seiner Kindheit in der Ceaucescu-Ära zu erkennen. Ich möchte hiermit offiziell verkünden, dass er zwar ein furchtbar netter Kerl ist, aber von guter Schokolade überhaupt keine Ahnung hat. Die Konsistenz ist ungewohnt, archaisch aber grade auch deswegen eine hochinteressante Geschichte. Jedem, der sie probiert sei aber geraten, sein Urteil erst nach 2 oder 3 Packungen zu fällen. Man muss sich da einfach herantasten – ich kenne übrigens auch kaum jemanden, dem seine erstes Bier wirklich geschmeckt hätte. Ich find’s grossartig, wenn es auch sicher nichts für jeden Tag wäre. 7,5 von 10 Punkten.

Geschmack: Die „Mandorla“ duftet und schmeckt eher nach Amaretto als nach dem Ursprungsprodukt Mandeln. Der Zuckeranteil in den NEROPURA-Schokoladen ist generell (leider) sehr hoch. Dass aus der Mandelschokolade dadurch (und durch „Aroma“) eine Amaretto-Schokolade wird passt eher ausnahmweise. Aufgrund der Abzüge wegen der übertriebenen Süsse und der „Aromen“ gibt’s hier 6,5 Punkte.

Hersteller: CioMod wurde erst 2003 gegründet und ist mit Sicherheit der modernste Schokoladehersteller in Modica. Wie alle anderen auch hat sich CioMod der sehr traditionellen Zubereitungsart verschrieben und eine Reihe von wirklich spannenden und schönen Produkten zeugen von einer hochkreativen Ader. Das, eine tolle, stilsichere Website und eine unglaublich schnelle (wenn auch sauteure) Lieferung machen CioMod überdurchschnittlich sympathisch. Konsequenterweise gibt’s hier 8,5 von 10 Punkten.

Gesamteindruck: Ein spannendes Produkt von einem noch viel spannenderen Hersteller ergeben 8 von 10 ungewöhnlich-unconchiert-sizilianisch-stilsichere Schokoladepunkten für die NEROPURA Mandorla von CioMod aus Modica, Sizilien.

Post von: Helmut | 02-18-2009 | um 23:42
Kategorien: CioMod

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