Bachhalm WalnussTonkabohne

7. Februar 2009

bachhalm-walnuss-tonka

Tonkabohnen haben diesen reizvollen Touch. Erstens war die Verwendung in Lebensmitteln aufgrund des hohen Cumaringehalts lange Zeit verboten und zweitens werden ihnen HYPNOTISIERENDE, EROTISIERENDE Wirkungen zugeschrieben.

Uiii, und ich habe fast die ganze Tafel gegessen!! Bevor ich mich also mit in die Ferne starrenden, weit aufgerissenen Augen lüstern ins Schlafgemach begebe, noch ein ehrliches Loblied auf diese sehr gelungene Mischung aus sortenreiner Criollo-Schokolade (54%), karamellisierten Walnüssen und „natürlichen ätherischen Tonkabohnenauszügen“:

Verpackung:

Kaum schmeckt mir die Schokolade, gefällt mir auch die Verpackung gleich viel besser! Der in meinem Fall grün-braune Karton (gibt’s scheinbar auch in khaki) grüsst mit salzkammergutischem (?) Sissy&Franz Charme vom Regal. Die karamellisierten Walnüsse stehen dem nicht nach und lächeln mich schon verführerisch durch die Sichtscheibe an…Ich lächle zurück und die gemeinsame Zukunft ist besiegelt. Auch wenn sie im Fall der Walnüsse eine tragisch kurze ist, denn ich kenne keine Gnade…Schön, altmodisch, aber passend. 7 von 10 Punkten

Geschmack:

Ein intensiver Hauch Tonkaparfüm umfängt mich beim Öffnen und hat spätestens beim letzten Bissen seine Wirkung getan. Das Tonkaaroma ist dem der Vanille sehr ähnlich, vielleicht eine Spur würziger. Aber viel verruchter, mit einer satten Dosis karibischen Sexappeals. Die Walnüsse sind sehr dezent karamellisiert und haben eine perfekte Konsistenz. Der schöne Geschmack der Criollo-Masse ist gut erkennbar, ordnet sich aber pflichtgemäss dem Tonkaaroma unter. 9 von 10 Punkten

Konsistenz:

Der tolle Schmelz war ja schon bei der orangen Bachhalm gut gelungen. Auch hier ist das ein markantes Merkmal, die Conche ist sicherlich ewig lang im Einsatz. Am Beginn bekommt man den Eindruck einer schokoladigen Badezimmerfliese, so kühl, glänzend und solide fühlt sich das an. Aber der Hochgenuss lässt nicht lange auf sich warten. Die Walnüsse haben sogar meine Vorurteile gegenüber bestreuter Schokolade (vorübergehend?) verschwinden lassen und passen hervorragend dazu! 8,5 von 10 Punkten.

Zutaten: Zu nennen sind 53,8% Kakaomasse, Sojalecithin (wenn’s sein muss), natürliche Vanille (na also, geht doch!), natürliche, ätherische Tonkabohnenauszüge und damit kein Problem mit der Lebensmittelpolizei, karamellisierte Walnüsse und Walnussöl (gute Idee). Was will man mehr? 9 von 10 Punkten.

Hersteller:

Auch wenn das konservative, altmodische Image von Bachhalm irgendwie nicht in den gegenwärtigen Hype um Qualitätsschokolade passen will, gebührt dem Konditor des Jahres in Österreich doch ein grosser Respekt für seine Verdienste. Ich muss da unbedingt mal vorbeischauen – meine Neugier, wie man eine derartige Fülle an Produkten mit diesem Qualitätsanspruch herstellt, ist riesig. 8 von 10 Punkten.

Gesamteindruck:

Mich hat die Enttäuschung (siehe Bachhalm Orange) derart gewurmt, dass ich bei nächster Gelegenheit die Walnuss-Tonka kaufen musste, um mein Schokoladen-Universum wieder zurechtzubiegen. Ein Chocolatier, der derart viel positives Echo bekommt, muss doch was können. Und das tut er: 8,5 von 10 karibisch-verruchten Punkten für das schokoladige Viagra-Substitut von Johannes Bachhalm aus Kirchdorf an der Krems (Oberösterreich).

Post von: Helmut | 02-07-2009 | um 19:31
Kategorien: Bachhalm

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