grenada-60

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Ich bin baff, begeistert, hingerissen. Diese Schokolade schmeckt nicht nur fantastisch, sie erzählt mir auch ganz tolle Geschichten. Mein Rat an Euch: Kaufen, einlesen, probieren, ab in den virtuellen Kurzurlaub nach Grenada, der Gewürzinsel in den kleinen Antillen!!!

Ich fang wieder mit der Verpackung an. Eigentlich ein Nebenthema und ich weiss eigentlich gar nicht, warum ich so gerne damit anfange. Sagen wir, zum Aufwärmen, wie die kleinen Trippelschritte beim Taekwon-Do oder das von schmerzhaftem Stöhnen begleitete Dehnen vor einem längeren Lauf.

Ich stürme also voller Erwartung in den wirklich gut bestückten Schoko-Laden im Ringstrassenpalais in Wien. Klingt nicht nur nobel, ist es auch. Meine Augen wandern über die geschätzten 10 Quadratmeter Manufakturschokoladenauslage und nach 5 Sekunden habe ich mich verliebt. In die Grenada Schokolade. Wie viel schöner, farbenfroher und vor allem authentischer kann man so etwas machen? Das Papier ist relativ billig, aber das karibische Flair und die Lebenslust springt sofort auf mich über. Später, als ich zu Hause die etwa 20 Tafeln als Ergebnis meines Schokoladenkaufrausches auspacke, kriegt meine zehnjährige Tochter glänzende Augen, als sie „die Grenada“ sieht. Zum ersten Mal in ihrem Leben probiert sie dunkle Schokolade und das Urteil fällt, wahrscheinlich dank der Verpackung, viel besser aus, als ich es bei ihr erwartet hätte. Ich muss hier einfach 11 von 10 superauthentischen, karibisch-lebensfrohen Verpackungspunkten vergeben und schwöre hiermit feierlich, dass so etwas erst wieder passieren wird, wenn ich meine eigene Schokolade auf den Markt bringen werde…

Das Unternehmen: Hmm, diese Kategorie hatte ich auch noch nie, obwohl sie bei Zotter eigentlich auch passend wäre.

Eine Kooperative im recht ursprünglichen grenadischen Regenwald mit einer Anbaufläche von doch recht beachtlichen 100 Hektar (250 Acres). So weit, so üblich. Aber! Die Herrschaften produzieren ihre Schokolade auch gleich vor Ort, und zwar „bio“. Wobei ich mir bezüglich der grenadischen Vorschriften für „organic farming“ nicht ganz so sicher bin, aber beides zusammengenommen ist eine kleine Sensation. Wenn man sich die Produktionsstätte und das tolle Team so ansieht, fällt mir nur eines ein: Bob Marley, schau owa (= österreichisch für „runter“), Karbik at its best! 10 von 10.

Geschmack, Konsistenz etc….:

Nach so viel Lobhudelei für die Begleitumstände kann die Schokolade nicht auch noch toll schmecken. Schliesslich sind da keine Chocolatiers mit europäischer Ausbildung am Werk. Oder? Oder???? Ha, denkste, dafür sind das Leute die schmeckbar einen Bezug zu diesem Produkt haben, die darauf Wert legen, dass sich der Geschmack der Gewürzinsel in der Schokolade wiederfindet. Unglaublich fruchtig und würzig. Man möchte die „Maitres Chocolatiers“ von Lindt auf einen monatelangen Nachhilfekurs in die Karibik schicken. Naja, wenn man schlau ist, schickt man sich besser selber dahin, aber egal….Mir hat’s jedenfalls hervorragend geschmeckt. 9 von 10 Punkten.

Gesamteindruck: Für etwa 3 Euro einen virtuellen Urlaub in die Karibik spendiert zu bekommen hat schon seinen eigenen Reiz. Ohne auf noch mehr Details einzugehen und vielleicht auch weil grade Wochenendbeginn ist kriegt „die Grenada“ von mir 9,8 himmlisch karibische Dunkle-Schoko-Vom-Feinsten Punkte und damit noch einen Hauch mehr als die Naranjillo: Sorry, lieber Herr Zotter, aber diese Authentizität kann man als Mitteleuropäer auch mit noch so viel Leidenschaft nicht erreichen.

Post von: Helmut | 01-30-2009 | um 22:32
Kategorien: Grenada

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